esoterik-info der ursprung der Hexen, die geschichte der hexen

Der Hexenwahn

 

Obwohl der Glaube, dass bestimmte Menschen über magische Kräfte verfügen, mittels derer sie Schaden anrichten können, in vielen Kulturen vorhanden war, beschränkte sich die brutale Verfolgung von Hexen und Zauberern auf Europa und das kolonialzeitliche Nordamerika.

Grundlegend für die Einstellung des Christentums gegenüber Hexen war der Bibelspruch "Eine Hexe sollst du nicht am Leben lassen" . Bevor es jedoch zur Verfolgung kam, versuchte die Kirche im Zuge der Christianisierung, den Glauben an Magie zu unterdrücken. Im Jahre 906 wurde  festgelegt, dass Hexentaten teuflische Wahnvorstellungen seien. Jeder der an Hexerei glaubte, wurde als "Kind des Teufels" bezeichnet und dementsprechend bestraft. Erst 1398 wurde in einem Gutachten der theologischen Fakultät in Paris die Realität von Zauberei "eindeutig bewiesen" . Laut Thomas von Aquin verleite der Teufel die Menschen, ihm zu dienen und in seinem Sinne Schaden anzurichten.

Nicht nur die katholische, auch die protestantische Konfession hat den Hexenirrglauben gefördert. So bekannte Martin Luther in seinem Katechismus: "Mit Hexen und Zauberinnen soll man keine Barmherzigkeit haben. Ich wollte sie selber verbrennen."

Die Methode des Wahnsinns: Anschuldigungen, Prozessverfahren und Hinrichtung

Das Hexendelikt setzte sich aus fünf Teilen zusammen:

  1. Teufelspakt
  2. Teufelsbuhlschaft
  3. Hexenflug
  4. Hexensabbat (Teufelsanbetung)
  5. Schadenzauber

Voraussetzung für jeden Schadenzauber war ein Pakt mit dem Teufel. Die Hexe gab ihr Seelenheil und bekam im Gegenzug magische Kräfte, die sie befähigten und zugleich verpflichteten, der Gesellschaft Schaden zuzufügen. Ein solcher Pakt wurde besiegelt, indem die Anhängerin des Teufels ihren früheren Glauben widerrief, auf einem Kreuz herumtrampelte und sich einer Taufe durch den Teufel unterzog. Als Zeichen des Vertrages wurde ihr bei der ersten Teilnahme am Hexensabbat ein Hexenmal eingebrannt. Dieses  war gewöhnlich eine Warze, Narbe oder ein Leberfleck. Dadurch konnte man Hexen identifizieren.

Beim Schadenzauber wurde davon ausgegangen, dass Menschen, die Positives vollbringen, ihre Künste auch zum Schaden der anderen anwenden könnten. Im Mittelpunkt der Schäden, die angerichtet wurden, standen die Verbreitung von Krankheiten, die Kunst des Wettermachens und das "Verhexen" von Tieren. Zitat aus dem "Hexenhammer": "So findet man ja schließlich nicht das kleinste Dörfchen, wo die Weiber nicht unaufhörlich gegenseitig die Kühe behexen, sie der Milch berauben und sie sehr oft umbringen." Auch das Weghexen von männlichen Geschlechtsteilen wurde im Hexenhammer erwähnt.

Den Hexen und Zauberern wurde auch Geschlechtsverkehr mit dem Teufel, die Teufelsbuhlschaft, vorgeworfen. Bei einer Hexe trat der Teufel als männlicher "Incubus" (der Aufliegende) auf, den Männern erschien er als weiblicher "Succubus" (der Unterliegende). In weiblicher Gestalt erhielt er menschlichen Samen, den er als Mannesgestalt auf die Hexe übertragen konnte, da der Teufel selbst als zeugungsunfähig galt. Auf Jahrmärkten wurden oft Missgeburten oder Krüppel als "Wechselbälger", als Kinder des Teufels, vorgeführt. Die Hexen weihten selbstverständlich auch ihre natürlichen Kinder den Dämonen. So galt die Verwandtschaft mit einer Hexe als starkes Indiz für eigene Hexentätigkeit. Ganze Familien wurden ausgerottet. Besonders verdächtig waren auch Hebammen; sie wurden massiv bekämpft. Dazu der "Hexenhammer": "Wenn nämlich ein Kind geboren ist, trägt es die Hebamme, falls die Wöchnerin nicht selber schon Hexe ist, gleichsam, als wolle sie eine Arbeit zur Erwärmung des Kindes vollbringen, aus der Kammer heraus und weiht es, indem sie es in die Höhe hebt, dem Fürsten der Dämonen, d.h. Luzifer und allen Dämonen."

An Vorabenden gewisser Hauptfeste im Jahr versammelten sich die Hexen zum Sabbat, um den Teufel feierlich anzubeten und Teufelsmessen zu veranstalten. Nachdem die Hexe ihren Körper und den Besen mit der Salbe eingerieben hatte, flog sie zum Hexensabbat. Dort wurden zuerst die Novizen mit dem Teufelsmal versehen. Dann küßten die Hexen als Zeichen der Unterwerfung dem Teufel die linke Hand und die Brust in Höhe des Herzens, sowie seine Schamteile und sein Hinterteil. Dann stellten sich die Hexen im Kreis auf und der Teufel gab jedem "ein schwarzes Stück", das "sehr widerlich und schlecht zu schlucken ist." Es wurde mit einem Getränk hinuntergespült, das "sehr bitter schmeckt und beim Trinken ihnen das Herz kalt werden ließ." Sobald der Teufel seine Messe beendet hatte, wohnte er Männern und Frauen bei; hatte er genug, vermischten sich die Hexen und Hexer untereinander, ohne dabei auf Geschlecht, Standesehre und Verwandtschaftsgrad zu achten.

Prozeßverfahren

Hexerei wurde als Sonderverbrechen  eingestuft, also mit Majestätsbeleidigung, Verrat, Verschwörung, Falschmünzerei und Raubmord gleichgesetzt. Sinn und Zweck der Folter bei Sonderverbrechen war ein anderer als im Rahmen eines normalen mittelalterlichen Strafverfahrens. Hier konnte sich der Angeklagte durch die überstandene Folter von jeglichem Verdacht befreien. Im Hexenprozess jedoch wurde die Folter zum Mittel, die Schuld zu beweisen. Das heißt, der Angeklagte wurde so lange gefoltert, bis er gestand. Wollte man jedoch mit der Folter beginnen, musste ein Indiz vorliegen. Als solche galten übler Ruf, Verwandtschaft mit einer Hexe, Heimatlosigkeit, Wissen um Heilkräuter, verdächtige Berufe, wie zum Beispiel jener der Hebamme. Die Angeklagten wurden nach bewährten Frageschemata befragt, die fünfzig bis sechzig Suggestivfragen enthielten, so daß die Angeklagten immer wieder dasselbe gestanden, wie die Luftfahrt, Teilnahme am Hexensabbat, Teufelsbuhlschaft und Schädigung von Mensch und Vieh.

Zum Beweis der Schuldigkeit wurden die Hexenproben herangezogen:

Bei der Wasserprobe wurde der Angeklagte mit gefesselten Händen und Füßen dreimal ins Wasser geworfen. Schwamm er auf dem Wasser, war er schuldig; ging er unter, war seine Unschuld bewiesen.

Der Ursprung der Wiegeprobe lag in der Vorstellung, dass Hexen und Zauberer leichter seien als normale Menschen. Stand das Gewicht nicht im rechten Verhältnis zu Größe und Körperform, war der Angeklagte schuldig.

Die Nadelprobe basierte auf der Vorstellung, dass ein Teufelsmal schmerzunempfindlich sei und nicht blute, wenn man hinein sticht. Man brauchte dies also nur zu tun und hatte den Beweis.

Bei der Tränenprobe galt die Unfähigkeit, während der Folter Tränen zu vergießen, als starkes Schuldindiz.

Folter und Hinrichtung

Lagen weder Geständnis noch Zeugenaussagen vor, hatte die Haft die Hexe nicht zermürbt, so wurde die Folter angewandt. Als erster Grad wurden die Marterinstrumente vorgewiesen und erläutert, beim zweiten Grad zwar angelegt, aber nicht in Bewegung gesetzt, erst beim dritten Grad durften die Folterknechte die mechanischen Ausgeburten einer höllischen Phantasie in Gang setzen. Jetzt renkte man die Arme aus, beschwerte die Füße mit Gewichten, ließ die Störrischen auf Nagelbretter knien, band sie auf Böcke, peitschte sie aus, trieb ihnen brennende Schwefelhölzer unter die Fingernägel, goss ihnen Branntwein auf den Rücken und zündete ihn an. Das Urteil wurde öffentlich und in feierlicher Form gesprochen. Es lautete für die kleineren Vergehen von Zauberei auf öffentliche Buße, Geldstrafen oder Güterkonfiszierung, Landesverweisung, Auspeitschung und ewiges Gefängnis. Für die schweren Fälle, das waren die meisten, gab es nur die Hinrichtung durch Feuer.

Alan Gabriel@ www.esoterik-info.com 2004